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Zucht & Zuchtziel von arabischen Pferden Man kann Araberpferde auf vieles selektieren, da sie ungeheuer vielfältig und auch vielseitig sind. Sie werden auf oder Schautyp gezüchtet. Die Zuchtziele für die einzelnen Disziplinen zu vermischen, würde vielleicht zu einem guten Pferd aber vermutlich nicht zu einem erfolgreichen Pferd führen. Das Kriterium an dem sich die Qualität eines Pferdes heutzutage zeigen kann, ist aber leider eben "erfolgreich zu sein" und nicht das nur "gut sein", denn für "gut" gibt es keine Plattform, um sich zu zeigen und zu bewähren. Betrachtet man das Zuchtziel der Orientalen in ihren alten Zuchtgebieten Nordarabiens nach der Nordwanderung der Stämme, findet man das Zuchtziel Militärpferd - ebenso wie in Tersk und im Hauptgestüt Trakehnen. Ein Zuchtziel, was nicht auf ein einziges fiktives Ideal in einem Merkmal hinzüchtet, sondern auf generelle Qualität eines Reitpferdes, was Schnelligkeit auf kurzen Strecken, Ausdauer auf Langstrecken, Springvermögen (im normalen Rahmen), Leichtrittigkeit, Arbeitswillen, Menschenbezogenheit, Härte und Genügsamkeit beinhaltet. Mit einem Wort, die Fähigkeit als Reitpferd auch unter Leistungsanforderungen zu überleben, was von sehr vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird - u. a. eben auch Softskills wie: Gehorsam: Junghengste im Hauptgestüt Trakehnen
Nervenstärke Charakter:
Der Vollblüter Mandarin gewinnt das Hindernisrennen (!!!!) mit
gerissener Trense, über dem Sprung etwas flach hinter den anderen und
auf dem Bild unten beim Zieleinlauf vorn
Wie aber setzt man diesen Anspruch heutzutage als kleiner Züchter um? Die Selektionskriterien der Wüsten Zentralarabiens, der Trakehner Jagtrennen (heutiges Steeple Chase ist dagegen ein Spaziergang) oder der kaukasischen Winter können schon aus tierschutzrechtlichen Gründen heute nicht mehr praktiziert werden. Also eben nur Vielseitigkeit per se als Zuchtziel? Vielseitige Verwendungsmöglichkeit eines Pferdes ist unter heutigen Bedingungen kein ganz unproblematisches Zuchtziel: Erstens besteht die Gefahr der Mittelmäßigkeit (im Sport, der ja zur einzigen Plattform für Zuchterfolge geworden ist) und zweitens die der Profillosigkeit. Ja es ist richtig, dass arabische Pferde wie kaum eine andere Rasse in fast allen Pferdesportdisziplinen von Western über Springen und Dressur bis hin zu Vielseitigkeit und Distanz einsatzfähig sind. Aber doch gibt es in all diesen Sportarten die meist überlegenen Spezialrassen und wie viele Reiter wollen wirklich Reiningturniere und Springturniere mit ein- und demselben Pferd reiten? Zu wenige, als das man dafür züchten müsste, zumal die unabdingbaren physiologischen Voraussetzungen für die verschiedenen Sportarten sich teilweise nicht ergänzen, sondern eher behindern (z.B. Reiningmuskeln contra Distanzmuskeln). Grundsätzlich sollte also EIN Leistungsmerkmal Hauptselektionskriterium sein, möglichst eines, was man auch sinnvoll in einer Leistungsprüfung erfassen kann (oder eben ein gut korreliertes Hilfsmerkmal).
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