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Stute und Hengst zusammen auf ihrem Auslauf im Frühjahr... ...und auf der Weide im Herbst. Taklamakan im Alter von 5 Tagen beim Ausritt in der Werra Pferdehaltung Einer Pferdegerechten Haltung der Zuchtpferde  und  gesundheitsbewusster Aufzucht  des Nachwuchses wird in Zeiten  knapper Kalkulationen oft genug keine Bedeutung zugemessen,  weil letztlich ist kein Kunde bereit ist, für ein Pferd mehr zu zahlen,  “nur” weil dessen Vater artgerecht gehalten worden ist.  Geld zahlt man für schöne fette Dreijährige, die aussehen, als  wären sie erwachsen. Dass das Aufmästen von Jungpferden für Verkauf und/oder Körung  ihnen allzuoft die Gesundheit langfristig ruiniert, wird in der “Szene” stillschweigend in Kauf genommen.  Während der Fohlen- und Jungpferdeaufzucht muss sich Körper in der  Wachstumsphase physisch als auch psychisch an die Aufgaben eines  späteren "Arbeitslebens" gewöhnen können.  Pferde sind von Natur aus Nomaden, die in freier Wildbahn je nach  Wasserangebot bis zu 30 Kilometer am Tag auf unterschiedlichsten  Böden zurücklegen - vom ersten Tag an!  Auf diesen Wanderungen folgen, lernen sie dabei  eine Vielzahl von  Umweltreizen kennen und verarbeiten, während ihr Skelett- und  Sehnenapparat sich langsam an die Belastungen verschiedener Böden  anpassen kann. Auf den meisten Weiden ist nur ein und dieselbe  Bodenart  (=weich) vorhanden. Obendrein bewegen sich Pferde auf  der Weide zu wenig, da Futter und Wasser im nahen Umkreis vorhanden  sind! Deshalb ist es nötig, Fohlen und Jungpferden zusätzlich  Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Auf Ausritten kann das Fohlen dabei  durchaus auch mal im Renngalopp eine abschüssige Schotterpiste  entlang rennen, steile Anstiege erklimmen, durch Bäche rennen oder über  Baumstämme springen. Fohlen sind nicht zum Rumstehen und Angucken  gemacht und gehen nicht kaputt, wenn sie mal 20 km am Tag laufen.  Meist wird eine Aufzucht  auf der Weide in einer Herde Gleichaltriger als  ideale Jungpferdeaufzucht angesehen. Doch dass diese Situation in etwa  bedeutet, Kinder über Jahre im Kinderzimmer ohne erwachsene  Aufsicht einzuschließen, machen sich die wenigsten bewusst. Die Situation  einer reinen Jungtierherde existiert nicht in der natürlichen Sozialordnung  von Pferden und es gibt Hinweise darauf, dass so aufgezogene Jungpferde  sowohl untereinander als auch gegenüber dem Menschen respektloser  interagieren als Jungpferde, die sich immer in eine altersgemischte Herde  integrieren konnten. Wenn ein dreijähriges Pferd, was bis zu diesem Zeitpunkt immer nur in  Stall und Weide gelebt hat, im Gelände guckig ist, liegt das nicht daran,  dass Pferde etwa Fluchttiere sind, sondern daran,dass das Jungpferd  einen ganz wichtigen Teil seiner natürlichen Lernphase in absoluter  Reizarmut verbracht hat (über Jahre dieselbe Weide, die man nach  spätestens einer Woche in und auswendig kennt !!!!). Wie würde wohl  ein 12 jähriges Kind reagieren, wenn es nach 10 Jahren Kinderzimmer  mit Gartenauslauf zum ersten Mal hinaus in die Welt dürfte  - vermutlich auch etwas guckig.