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Pferdehaltung
Artgerechte
Haltung ist die absolute Grundlage jeder Arbeit mit Pferden! Dazu gehören neben
artgerechter Fütterung, Bewegung und sozialen Kontaktmöglichkeiten auch
ein gewisses Maß an Umweltreizen und menschlicher Ausbildung (!!!) : Ein Pferd, was
sich nicht wohlfühlt, weil ihm die tägliche freie Bewegung fehlt oder
was ständig Hunger hat, weil sein ANGEBORENES Fressbedürfnis nach
ständiger Raufutteraufnahme nicht befriedigt ist, muss sich doppelt
anstrengen (oder zusammenreißen), um sich auf seine Arbeit konzentrieren
zu können.
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Pagalu und Voron auf der Wiese im
Herbst ... |
...und
natürlich auch im Winter jeden Tag min. 8 Stunden bei jedem Wetter draußen!
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Fohlenaufzucht
Eine besondere Bedeutung kommt den
Haltungsbedingungen bei der Fohlenaufzucht zu, da sich der Körper
in der Wachstumsphase physisch als auch psychisch an die Aufgaben
eines späteren "Arbeitslebens" gewöhnen können
sollte. meist wird eine Aufzucht auf großen Weide in einer Herde
gleichaltriger als ideale Fohlenaufzucht angesehen. Doch dass
diese Situation in etwa bedeutet, Kinder über Jahre im
Kinderzimmer ohne erwachsene Aufsicht einzuschließen, machen sich
die wenigsten bewusst. Pferde sind von Natur aus Nomaden, die in
freier Wildbahn je nach Wasserangebot bis zu 30 Kilometer am Tag
auf unterschiedlichsten Böden zurücklegen. Wenn die Fohlen
(übrigens ab dem ersten Lebenstag) der Herde auf diesen
Wanderungen folgen, lernen sie dabei eine Vielzahl von
Umweltreizen kennen und verarbeiten, während ihr Skelett- und
Sehnenapparat sich langsam an die Belastungen verschiedner Böden
anpassen kann( auf den meisten Weiden ist nur weicher Boden
vorhanden). Wenn ein dreijähriges Pferd im Gelände kuckig ist,
liegt also nicht daran, dass Pferde etwa Fluchttiere sind, sondern
daran, dass das Jungpferd einen ganz wichtigen Teil seiner
natürlichen Lernphase in absoluter Reizarmut verbracht hat (
über Jahre dieselbe Weide, die man nach spätestens einer Woche
in und auswendig kennt !!!!). Wie würde wohl ein 12 Jähriges
Kind reagieren, wenn es nach 10 Jahren Kinderzimmer mit
Gartenauslauf zum ersten Mal hinaus in die Welt dürfte -
vermutlich auch eher kuckig. Und zweitens braucht ein Jungpferd in
JEDER Lebensphase die Anwesenheit von erwachsenen Pferden. Die
Situation einer reinen Jungtierherde existiert schlicht nicht in
der natürlichen Sozialordnung von Pferden und es gibt Hinweise
darauf, dass so aufgezogene Jungpferde sowohl untereinander als
auch gegenüber dem Menschen respektloser interagieren als
Jungpferde, sich immer sich in eine altersgemischte Herde
integrieren konnten.
Eckpfeiler der Fohlenaufzucht sind
deshalb:
Möglichst viel Bewegung: neben
ständiger ( 24h) Bewegungsmöglichkeit auf der Weide kommt
das Fohlen von Geburt an bei Ausritten mit ins Gelände. Geht dort
mehrmals wöchentlich auf verschiedensten Böden, wobei es
durchaus auch mal im Renngalopp eine abschüssige Schotterpiste
entlang rennt, steile Anstiege erklimmt, durch Bäche (oder Seen)
rennt oder über Baumstämme springt.
Die Jungpferde werden zum Absetzten nicht
von der altersgemischten Herde getrennt, aber lernen trotzdem sich
allein mit dem Menschen auch weiter und länger von der Herde zu
entfernen (Spaziergänge). |
Oben Pajalla im gestreckten Galopp hinter
ihrer Mutter im Wald (und sie können tatsächlich auch in den
ersten Tagen schon problemlos im Jagtgalopp mithalten!) und rechts
Taklamakan in der Werra, wobei sie schon in der ersten Lebenswoche
wie selbstverständlich Hunde, Angler, fremde Pferde, strömendes
Wasser und (auf dem Weg zur Werra) Kinderwagen, Spaziergänger,
Autos und Fahrräder kennen gelernt hat. Beide Fohlen waren zum
Zeitpunkt der Fotos nur wenige Tage alt. |
Foto: Tamina Pinent |
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