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Meine Pferde erhalten eine Grundausbildung nach klassischen Prinzipien, wobei sie auch Lektionen aus dem Reining  und Working Equitation erlernen. Auf unterstem Niveau (E) müssen sie auch alle mal über Hindernisse springen.  Zu einer umfassenden Ausbildung gehört auch, dass sie die Fitness haben, um mal einen kleinen Distanzritt mitzulaufen  Es gibt kein festes Schema, weil alle Pferde anders sind, aber grundsätzlich   verläuft die Ausbildung bei mir nach unten beschriebenem “Fahrplan”. Der  beschriebene "Ausbildungsweg" ist weder in einen "Massenbetrieb" möglich,   noch in irgendeiner Weise wirtschaftlich zu betreiben. Er ermöglicht dem   Pferd aber ohne Stress, wie von selbst, ins Reitpferdeleben hineinzuwachsen. Ausbildungsweg zum Reitpferd Jungpferde sollen auf der Weide aufwachsen! So weit so gut - aber damit allein ist es bei weitem nicht getan. Um späteren Stress beim Anreiten des Jungpferdes zu vermeiden, ist es NICHT sinnvoll, Jungpferde mit nur minimalem Menschenkontakt (der dann meist auch noch unangenehm assoziiert wird - beim Impfen,  Hufe ausschneiden oder Wurmkur verabreichen) drei Jahre lang auf der Weide verwildern zu lassen und dann von ihnen zu verlangen, dass sie sich schnell mal neu positiv auf Mensch und Reitstall prägen. In der Jugendentwicklung soll sich das Pferd psychisch und physiologisch an seine späteren Aufgaben als Reitpferd gewöhnen können. Damit die jungen Pferde nicht erst als Dreijährige (NACH den Hauptprägungsphasen ) mit einer bis dahin völlig unbekannten Welt konfrontiert werden, beginnt die "Arbeit" idealer Weise mit dem Fohlen - ganz spielerisch und natürlich trotzdem mit ganzjähriger Haltung auf der Weide! Die normalen Umgangssitten, wie sich führen zu lassen (auch allein weg von anderen Pferde), angebunden zu stehen, Hufe zu geben und auf Zuruf herankommen, kann schon ein Saugfohlen problemlos und stressfrei mit der Stute zusammen lernen. Schon ab der ersten Lebenswoche ist das Fohlen dabei, wenn die Stute geputzt und gesattelt wird und auf dem Reitplatz arbeitet - dabei untersucht das Fohlen oft Hindernisse und Reitbahnbegrenzungen sehr genau. Auch in der Bodenarbeit schaut das Fohlen sehr interessiert zu, was die Mama denn da Spannendes macht (Taklamakan hat teilweise sogar einfach mitgemacht). Da ich zum Glück entsprechendes Ausreitgelände zur Verfügung habe (keine Straßen  zu überqueren, keine Zäune - speziell Stacheldraht, in die das Fohlen reinrennen könnte, keine giftigen Pflanzen rumstehend), kommt das Fohlen schon ab der ersten Lebenswoche mit auf kleine Ausritte, die langsam in der Länge gesteigert werden. In freier Wildbahn laufen Pferdeherden inkl. der kleinsten Fohlen um die 10 km JEDEN Tag (je nach Wasser und Futterangebot stark variierend - bis 30 km am Tag). Pferde, die Wasser und Futter im Überfluss haben, wie das auf der Weide meist der Fall ist, bewegen sich nur minimal ( ca. 2 km) und es ist Wunschdenken sich einzureden, die Jungpferde würden auf der Weide großartig trainieren.  Um später auch auf Straßen und durch Dörfer mit den Fohlen als Handpferd reiten zu können, übe ich das Führen neben der Stute auf Straßen (nur mit 100% sicherer Stute möglich!) und fange auch recht bald an, dass Fohlen als Handpferd an Halfter und Strick neben der Mutter laufen zu lassen. So lernt es VON der Mutter den sicheren Umgang mit vielen furchteinflößenden Dingen sehr spielerisch. Bellende Hunde, bunte Straßenschilder, Traktoren, LKWs, Motorräder, wehende Fahnen, Fußgängerüberwege, Fußgängerunterführungen, Autobahnbrücken, Wasserdurchritte, steile Hänge, kleine Hopser über Baumstämme sind dann für das Fohlen völlig normal. Das wäre natürlich kontraproduktiv, wenn die Stute selbst ein unsicheres und ängstliches Reitpferd wäre. Auch aus physiologischer Sicht ist es absolut sinnvoll dem Jungpferd vielfältige Reize im Gelände zu bieten, die es nur auf der Weide nicht bekommen würde. Für eine gesunde Huf-, Knorpel-, Knochen- und Sehnenentwicklung läuft das Fohlen auf den Ausritten auf vielen verschiedenen Böden: normaler Waldboden wird immer wieder ergänzt durch tiefen Sandboden als auch Asphalt und Schotter. Aus leistungsphysiologischer Sicht ist es sinnvoll Jungpferde "lastfrei" viel zu bewegen, da die Trainierbarkeit von verschiedenen physiologischen "Systemen" nur bis zum Alter von etwa zwei Jahren möglich ist - also bevor man wirklich mit der Arbeit unter dem Sattel beginnen kann! Ab einem Alter von ungefähr einem Jahr beginne ich mit dem Jungpferd auch ohne die Stute spazieren zu gehen. Dabei werden auch viele spannende Sachen gemacht, wie baden gehen, auf Hügel klettern, Abhänge hinunterrutschen usw. Da das Fohlen den Menschen mit seiner Mutter zusammen als völlig  normales und gleichwertiges ERWACHSENES Herdenmitglied kennen gelernt hat, gibt es keinen Grund Angst davor zu haben, mit ihm allein in den Wald zu gehen. Obwohl Taklamakan noch heute mit ihrer Mutter zusammen steht und nie von ihr getrennt war (das Absetzen hat Pagalu selbst gemacht) geht sie völlig ruhig und selbstverständlich mit mir ohne andere Pferde spazieren - und das hat sie  - ebenso wie Pajalla und Asakhan - vom ersten Mal an (im Alter von ca.einem Jahr) völlig selbstverständlich getan, ohne dass wir das üben mussten. Mit ungefähr 2,5 bis 3 Jahren beginne ich mit dem Longieren am Halfter oder Kappzaum - nicht zu verwechseln mit stundenlangem zentrifugieren, wie vielerorts üblich) und niemals ausgebunden!  Dabei lernt das Jungpferd noch mal die Stimmkommandos für Schritt, Trab, Galopp, Stopp, die es ja schon vom Handpferdreiten kennt und erweitert sein “Vokabular” um “langsamer” und “schneller” innerhalb einer Gangart, sowie “Rückwärts” und  “Seitwärts”. Es lernt auf kleinen und große Zirkeln das Gleichgewicht zu halten, sich vorwärts abwärts zu dehnen und auf Kommando durch den Zirkel zu wechseln und die Gangarten in jeglicher Richtung zu wechseln  ( also auch Schritt -Galopp & Galopp - Schritt Übergänge werden hier schon geübt). In der Bodenarbeit lernt es seitwärts weichen, Vorderhandwendung, Hinterhandwendung, Stangenwaldtreten, sicheres Stehen (mit Kopf hoch ohne zu fressen) in ALLEN Situationen (Plastikplanen, Regenschirme usw.),  in den Pferdehänger steigen und wenn dafür zeit bleibt auch Zirkuslektionen (als Dehnungsübung und als spannende Abwechslung). Die Spaziergänge gehen natürlich immer weiter und mit ca. 3,5 Jahren lass ich mich dabei schon mal für ein paar Hundert Meter tragen (mit Halter ohne Sattel) - was absolut Stress- und Widerstandsfrei funktioniert.  Zwischen 3,5 und ca. 4 Jahren werden die "Reitabschnitte" auf den Spaziergängen immer länger - aber immer nur am Halfter (ohne Sattel) und immer ausschließlich im Schritt. Mit  ca. 4 Jahren gibt es dann einen Sattel auf den Rücken. Da das Pferd jetzt schon so lange mit mir arbeitet, ist das Sattelauflegen nicht mehr als eine Formalität, die genauso unspektakulär verläuft, wie bei einem alten Hasen. Zuerst gehe ich auch nur spazieren mit dem Sattel auf dem Pferd und setzt mich dann hin und wieder mal eine Weile drauf. Dann muss das Pferd lernen ein Gebiss zu akzeptieren, was sicherlich aus Sicht des Pferdes ein wirklich unangenehmer Punkt ist, da es schon erst mal "eklig" ist, da was Fremdes im Maul zu haben. Aber wenn sich das Pferd erst mal daran gewöhnt hat, ist es wirklich eine feine Sache ein Gebiss zur Verfügung zu haben - Halsring und Gebisslos reiten ist lustig, aber im Gegensatz zu einem feinen Gebisseinsatz immer grobschlächtig und in meinen Augen für eine wirklich differenzierte Dressurausbildung das non plus ultra - auch im Sinne des Pferdes.  In der Gewöhnungsphase liegt das Gebiss (anfangs ein dünnes Snaffle aus sweet iron) einfach nur "mit drin", wenn ich wie gewohnt mit Halfter ausreite und das Pferd auch mit Gebiss unterwegs grasen lasse. Wenn das Pferd sich daran gewöhnt hat, dass da was Fremdes  im Maul ist, beginne ich in der Bodenarbeit damit, ihm die Signale des Gebisses beizubringen (links, rechts, anhalten). Bei den Ausritten werden immer mehr Trabphasen eingebaut. Hat sich das Pferd erst an das Gebiss gewöht, ist daran auch aus Pferdesicht nicht mehr schlimm (entgegen mancher wilder These zu dem Thema). Die von mir ausgebildeten Pferde suchen sich ihr Gebiss alle selbstständig aus dem “Trensensalat,” sobald man ihnen die Trense vor`s Gesicht hält. Ungefähr fünfjährig fängt dann die "Dressurarbeit" an. Dabei wird das Pferd auf Kappzaum mit Trense gezäumt, wobei die Trense anfänglich nur sehr sparsam verwendet wird. Dabei richte ich mich in der Arbeit grob nach der klassischen Ausbildungsskala. Durch die Unzahl von verschiedenen Pferden, die ich schon unter dem Sattel hatte, bin ich immer mehr zu der Ansicht gekommen, dass die meisten Dinge an der klassischen Reitlehre nicht die Schlechtesten sind. Erstaunlicher Weise habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Hilfen dieser Reitweise auch von älteren Importpferden, die ein Leben lang auf völlig andere Art  und Weise geritten worden waren, schnell und willig angenommen werden. Allerdings habe ich durch meine "Ausflüge" in die iberische- und Westernreitweise auch (meiner Ansicht nach sinnvolle) Elemente davon unauffällig in die Hilfengebung integriert. Z.B. hängt bei mir der Zügel gerne leicht durch, solange er gerade kein Signal gibt und das Pferd den Kopf dort hält, wo er meiner Meinung nach gerade hingehört. Dass es früher durchaus auch im Sinne der klassischen Pferdeausbildung war, das Pferd am lockeren (also nicht anstehenden) Zügel zu reiten, zeigen historische Aufnahmen von Trakehner Reitpferden aus Trakehnen. Ein so ausgebildetes Pferd wird ALLES für seinen Reiter tun und ist leistungsfähig. Die weitere Ausbildung in Dressur, Springen, Vielseitigkeit oder Distanz kann nun beginnen. Auch wenn sich der Weg bis zum Ende der Grundausbildung recht langwierig anhört, ist es doch erstaunlich, in wie kurzer Zeit ein so ausgebildetes Pferd weiter lernt. Obwohl erst fünfjährig die Dressurausbildung für Pagalu begonnen hatte, konnte sie 7 jährig schon das komplette M Programm laufen und ist ohne jegliche Probleme - oder langes Üben Hinderbisse (auch feste) in jeglicher Umgebung gesprungen. Sie musste nie langwierig an Publikum oder Messeatmosphäre gewöhnt werden, da sie immer vertrauensvoll und auf den Reiter orientiert arbeitet, ohne sich ablenken zu lassen. Trotz der langen Ausbildungszeit lohnt sich dieser Ausbildungsweg für den Besitzer des Pferdes, weil er ein langfristig gesundes und leistungsbereites Pferd erhält. Das Thema “Physiologisch korrektes und altersgemäßes Leistungstraining” ist ein weiteres (sehr weites) Feld, dem man sich in der Pferdeausbildung widmen muss. Hier beginnt das Spezialgebiet von hochblütigen Pferden. Die große Gefahr liegt darin, sie zu langweilen oder zu überfordern, weil sie von selbst meist keine Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit anzeigen - ein Grund, warum sie in den früheren Armeen so gefragt waren: sie laufen bis sie tot umfallen (bevor ein Warmblüter tot umfällt, kippt der Reiter vor Erschöpfung vom Treiben aus dem Sattel). Deshalb sind ausreichende Kenntnisse der Trainingphysiologie unabdingbar, um Schäden am Pferd zu vermeiden. Entspannung und Spaß für Pferd und Reiter bleiben durch die gesamte Ausbildung hindurch ein MUSS! Natürlich gehe ich auch heute noch mit den alten Hasen spazieren, lassen sie dann und wann Zirkuslektionen machen oder reite mal am Halsring aus. Das macht das Pferd aufmerksam, bietet Abwechslung und verbessert Balance, Körperbeherrschung und die Arbeitseinstellung des Pferdes.
Pajalla im Alter von 2 Tagen auf einem kleinen Ausritt Schwestern mit Mama Pagalu auf Familienausflug Freies Folgen im Gelände hat Pagalu vor dem Anreiten gelernt In der Stadt sicher am Halsring unterwegs ... ...ebenso im Gelände. Kompliment unter dem Sattel Piaffe Seitengänge Passage Levade Pagalu im freien Schulterherin in der Bodenarbeit
Die “körperliche Basisarbeit” von Anfang an und immer wieder: Vorwärts abwärts reiten - hier Pagalu gebisslos mit Fohlen bei Fuß
Kleine Hopser sollten kein Problem sein Pferdeausbildung