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Russischer Trakehner
Im Grunde war es Zufall, dass mir Voron über den Weg gelaufen ist und noch mehr Zufall, dass er bei mir im Stall gelandet ist. Ich hatte ihn im Internet als Deckhengst und Verkaufspferd auf einem ansprechenden Bild entdeckt. Eigentlich kam er nicht wirklich als Deckhengst in Frage, da er weder in einem Zuchtverband eingetragen, noch gekört war. Aber seine in Deutschland einzigartige Abstammung und der für einen Warmblüter sehr handliche und quadratische Rahmen (was ja heute in Deutschland schon sehr selten ist) haben mich begeistert.  Deshalb wollte ich ihn trotzdem anschauen. Er war damals in keinem besonders guten Zustand, aber seine Fittness und seine umwerfende Ausstrahlung haben mich überzeugt. Vorons Jugend auf seinem Heimatgestüt in Russland war eine der härtesten Lesitungsprüfungen, die ein Pferd bestehen kann. Er ist genau in die Nachwende- und Umbruchgszeit hineingeboren. Nach der Privatisierung des Ryazan Gestüts fehlte es an Futter. Die Pferde hungerten und ein  Großteil der Nachzucht aus dieser Zeit überlebte nicht. Laut Prof. Juri N. Barmienzew ("Russlands Pferde") war es auf russischen Gestüten üblich, Jungpferde bereits zweijährig unter dem Sattel zu arbeiten. Dass Voron trotz katastrophaler "Aufzucht"  und früher Arbeit im Alter von 16 Jahren (als er zu mir kam) eine Röntgenklasse 1 vorweisen konnte ( Zitat TA: "so klare Gelenke sieht man selten") spricht für seine Genetik. Seine Abstammung liest sich dann auch wie ein Zeugnis der Trakehner Zuchtgeschichte. Sein direkter Mutterstamm geht auf die 1776 geborene Demant zurück und viele berühmte Vertreter der Trakehnerzucht “gesellen sich dazu”: wie Turcmainatti, der zigfach im Pedigree vertreten ist (ein Direktimport aus dem Orient, Geschenk an  König Friedrich Wilhelm II) , sowie der weltberühmte englische Vollblüter “Eclipse”. Aus den Glanzzeiten des Trakehner Gestüts die weltbekannten Vererber: Thunderclap, Perfectionist, Tempelhüter, Hirtenknabe, Parcival, Pirat, Pilger, Phythagoras, Termit, Ararad, Hyperion, Hirtensang, Sudan...und nicht zu vergessen die Größen der sowjetischen Trakehnerzucht Hockey, Ossian, Ostrjak, Eol, Prival, die Vollblutaraber Topol und Pommerantes (beide von Priboj) und der Vollblüter Anilin. Fünfjährig war Voron (wohl) nach Deutschland importiert worden. In den folgenden Jahren bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde er von zwei unterschiedlichen Besitzern als Freizeitpferd und Deckhengst genutzt. Im Frühjahr 2009 - 16 jährig - wurde er vom ZSAA gekört  und im Mai 2009  ist er seinen ersten Distanzritt (30 km über den Rennsteig) in Leistungsklasse 1 gelaufen ist. Voron wird seit dem weiter unter dem Sattel ausgebildet und ist dabei ein sehr aufmerksamer und eifriger Schüler. Mittlerweile beherrscht er alle Seitengänge und wir wagen uns ans Springen. Da ich selbst hauptsächlich Erfahrung im Dressurreiten habe, ist er mein Lehrpferd im Springen geworden. Obwohl er schon hengstig ist, kann er ohne Probleme auch zusammen mit Stuten in der Reithalle geritten werden und konzentriert sich dabei vorbildlich auf seine Arbeit. Abstammung & Daten geboren 1993 in Ryazan Stud /Moskau Bilder von Vorons Geschwistern Stockmaß: 1.60 m SCID & CA frei Vorons Großeltern waren allesamt Elitepferde der sowjetischen Trakehner- und Vollblutzucht. Seine Verwandtschaft war und ist im internationalen Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits- und Galoppsport erfolgreich. In jungen Jahren bewährte  sich Vorons Urgroßvater Ostrjak in 17 Rennen, von denen er drei gewann und in zehn weiteren hoch platziert war. Bis zum Alter von neun Jahren wurde Ostrjak in Springprüfungen bis Klasse S gezeigt, anschließend ging er in die Zucht und wurde u.a. Vater von Topki, der die die Mannschaftsgoldmedallie im Springen bei den Olympischen Spielen gewann. Vorons Großvater Eol war ebenso Großvater von Heops (Weltcup - und Nationenpreisplazierungen) und Biotop (60 Siege  und Plazierungen ab KLasse S inkl.Gran Prix und Gran Prix Special). Wie Voron geht auch Biotop auf Hockey zurück, der dem Sport insgesamt  40 Grand-Prix-Pferde im Springen und in der Dressur hinterlassen hat. Unter seinen Nachfahren sind z.B. Elmar Gundels Almox Prints (Olympia und Nationenpreisteilnehmer), Ullas Salzgebers Perchelest (71 Siege und Plazierungen in internationalen Prüfungen der Klassen Intermediere, Gran Prix und Gran Prix Special) und Long Deal ( 75 Siege und Plazierungen ab Klasse S). Vorons Großvater väterlicherseits, der Vollblüter Fazon xx, der wie dessen Vater und Großvater Sieger im russischen Derby war, ging nach seiner erfolgreichen Rennkarriere noch im internationalen Vielseitigkeitssport. Er ist Enkel von Anilin xx, dem erfolgreichsten Galopper, der je in der Sowjetunion gezogen wurde. Er gewann 22 von 28 Rennen und war drei mal platziert. Zweimal gewann er den Preis der sozialistischen Länder, dreimal des Preis von Europa; er wurde zweiter in Washington D.C. und in einem Spitzenfeld ( Seabird, Reliance, Meadow Court, Marco Visconti, Diatome) Fünfter im l`Arc de Triomphe. Trakehner aus Russland - Trakehner aus Deutschland - wo liegt der Unterschied? (Auszug aus einem Forenbeitrag von trakehnerpfer.de (mit Genehmigung des Autors) 1944 war die Trakehnerzucht in ihrer Sporteignung, Prägung und Kosolidierung an der Spitze der Pferdezucht. Im Hauptgestüt Trakehnen  war ein Höchstmass an Zuchtziel erreicht, das man hätte kaum noch verbessern können. Pferde deren Qualität und Eignung Weltspitze waren und das zu Hunderten. .... Das lag nicht nur an den dort arbeitenden perfekten Hippologen der Pferdezucht, sondern auch am Klima, Mineralien der Böden, der Aufzucht und der Ausbildung der Pferde. Speziell dieses Zusammenspiel von Mensch und Natur formte in Ostpreussen auf dem Gestüt Trakehnen die Trakehner. 1945 war es zu Ende. In Ostpreussen gab es in dieser Zeit über 20.000 eingetragene Trakehner. Es begann die Flucht nach Westen oder eben der Abtransport der Pferde weit in den Osten, wo die Pferde auf eine völlig neue Pferdehaltung stießen. Durch Krankheiten gingen viele Pferde verloren, durch falsche Haltung starben auch viele. Wer nun das überlebt hatte, der musste noch mit dem extremen Klima und den kargen Böden klarkommen. Wer auch das geschafft hatte, wurde im Sport und auf den Rennbahnen hart getestet. Wer auch dieses überstanden hatte, mit dem wurde gezüchtet. Es blieben zum Schluss noch ca. 300 Trakehner übrig. Über dieses Produkt konnte man dann mit Recht sagen: genügsam, rittig, Sehnen aus Stahl, hart in jeglicher Beziehung, denn alle Schwachen wurden selektiert. Trakehner aus Russland: Körper und Fundament genügend,sportlich: es sind die ganz Harten! Von den Trakehnern, die in den Westen geflüchtet waren, waren nur 27 direkt aus dem Hauptgestüt Trakehnen. Auch wurden sie nicht mit offenen Armen empfangen, sondern mehr als ungebetener Gast, der den heimischen Pferden den Hafer wegfrisst und eben der Neid auf diese immer noch edel anschauenden Pferde. Flüchtlinge mit ihren Pferden waren nicht gerne gesehen. Im Westen hatte der Trakehner es nicht gerade gut getroffen, aber er lebte. Man hatte Probleme mit der Trakehnerzucht, hier waren die Wiesen viel zu fett und waren ausgelegt für Milchkühe, das Zuchtmaterial begrenzt. Man züchtete mit dem Bestreben Erhaltung der Rasse, je mehr Fohlen geboren werden, je sicherer wird der Trakehner in seinem Bestand. Die Sporteignung war Nebensache, die Schauen wichtiger. So entstand im Westen eine fast eigene Trakehner Rasse. Bilder von Vorfahren (für Info mit Mouse über die Bilder gehen) Die Vaterlinie: Die Mutterlinie: Die Vorfahrenbilder entstammen mit freundlicher Genehmigung der Trakehner Datenbank, das Titelbild im Banner ist von IN THE FOCUS und das Portrait- Bild weiter unten von Bild Report Wagner